Wie jetzt...?

... in diesem Blog steht der ganze Unsinn, der einer bunten Kuh so einfällt, während sie auf ihrer Weide steht. Hier

gibt es "unspielbare" Szenen aus dem Kaschperltheater, farbenfrohe Streitgespräche zwischen mir und 19 (!) Alter Egos,

jede Menge Kaffeepausen und anderen Quatsch. Kreuz und quer durcheinander und ohne künstlerischen Anspruch.

02.05.17

Neulich in der Flimmerkiste (2): das nicht-mehr-perfekte Dinner


Mir ist der Appetit jedenfalls vergangen, seitdem die Leute von VOX das Konzept der Sendung geändert haben. Ein klassischer Fall von Verschlimmbesserung…

Was mir am neuen Konzept von PD gefällt:

die Uhrzeit. Interessant, wenn es mal wieder ein Mitternachtsmenü gibt, weil der Gastgeber erst nach der Vorspeise damit anfängt, das Gemüse für den Hauptgang zu schnippeln.

Was mir am neuen PD nicht gefällt:

die Musikauswahl. Das geht schon bei der Ding-ding-dong-Titelmusik los, die mich an die Reklame eines Erotikversandes erinnert. Zwischendurch nervt mich die merkwürdige „Fahrstuhlmusik“, die überhaupt keinen Bezug mehr zur gesendeten Szene hat

die Farben. Zu einer Kochsendung gehört ein sattes Tomatenrot, ein frisches Spinatgrün, ein saftiges Orange – und weder Mint, noch Magenta, noch die anderen, pastellpeppigen Schattierungen, die mich an eins der angesagten 08/15-Lifestylemagazine für hippe Youngsters erinnern (fehlen nur noch die Schminktipps)

die fehlenden Menükarten. Früher gab es schon die ersten Lacher, wenn die Kandidaten vorher erstmal überlegen mussten, ob Anchovis jetzt Gemüse oder Obst ist und dann lang und breit erklärten, daß sie das nicht essen würden

Einkauf, Schnippelhilfe, Tischdeko – Fehlanzeige. Diese bewährten Bestandteile der Sendung kommen nur noch marginal auf den Bildschirm

die fehlenden Zwischenbewertungen. Früher haben die Gäste jeden Gang einzeln bewertet und man konnte als Zuschauer schon mitraten, wer taktieren und die Punkte runterfahren würde, weil ihm das Zimtparfait zu kalt und zu zimtig war

die ironischen Kommentare von Mr. Off wurden drastisch zurückgefahren, genau wie die launigen Einblendungen (Paul blickt durch, Melanie blickt ratlos). Das nimmt der Sendung den von mir so geschätzten Rasiermessercharme

besonders übel: die neue Kameraführung mit dem Hin- und Wegzoomen auf einzelne Kochvorgänge. Ich will nicht dauernd Makroaufnahmen von gewürfeltem Knoblauch sehen und von den Spielereien am Schärferegler werde ich seekrank!

die Einblendung der Zutaten ist ebenfalls überflüssig, denn niemand kann innerhalb von zehn Sekunden alles notieren, was man für das provencalische Zitronenhähnchen braucht. Wenn mich ein Rezept wirklich interessiert, schaue ich wie eh und je auf der VOX-Seite nach

das lahme Abfilmen von Leuten, die sich endlos begrüßen und dann über Nichtigkeiten plaudern. Leider macht dieser Teil im Stil von alten Heimvideos („Tante Liese lädt zum Sonntagmittagessen ein“) jetzt den größten Teil der Sendung aus. Und das finde ich schlicht zu langweilig, um es mir anzuschauen.

Schade drum, weil ich die Sendung früher gern mit meinen Freundinnen gesehen und dabei übers Kochen gefachsimpelt habe. Das war eine entspannte Stunde am Feierabend, die wir zusammen genossen haben.



Doch für mich ist das neue „Perfekte Dinner“ jetzt kein Genuss mehr, sondern nur noch langweilig und ärgerlich. Also treffe ich meine Freundinnen auf anderen Kanälen und verzichte auf dieses Format.

Mahlzeit.




Im Fernsehen läuft "Das perfekte Dinner".
Erstgeborener Was kocht'n der da?
Fräulein Q Kalbsbäckchen.
Jüngster (entsetzt) Ich hoff doch, aus'm Gesicht!

Fräulein Q (beruhigend) Natürlich, sonst wärens ja Arschbäckchen...